Anfang Juli 2026 ging ein Video um die Welt, das die Debatte um die Pferdekutschen Rom schlagartig neu entfacht hat: Ein Kutschpferd war in der Sommerhitze nahe der Tiberbrücke Ponte Cavour zusammengebrochen. Die Bilder lösten breite Empörung aus – und wenige Wochen später lag im italienischen Parlament ein Gesetzentwurf auf dem Tisch, der die traditionellen Touristenkutschen verbieten würde. Wenn du gerade eine Rom-Reise planst, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, was sich hier gerade bewegt.
Was sind die „botticelle“?
Die „botticelle“ – wörtlich „kleine Fässer“ – sind die klassischen Pferdekutschen, die seit Generationen zum Straßenbild der Altstadt gehören. Touristen drehen darin gemächliche Runden rund um die großen Wahrzeichen, vom Kolosseum über die Piazza Navona bis zum Trevi-Brunnen. Was viele nicht wissen: Das Geschäft ist längst ein Auslaufmodell. Aktuell besitzen nur noch rund 16 Kutscher eine Lizenz für touristische Fahrten – vor zehn Jahren waren es fast 40. Die Stadt versucht seit Jahren, die verbliebenen Fahrer mit dem Angebot einer Taxi- oder Elektro-Taxi-Lizenz zum Umstieg zu bewegen.
Der Gesetzentwurf 2026 – kommt jetzt das Verbot?
Ende Juli 2026 wurde in der Abgeordnetenkammer ein Gesetzentwurf eingebracht, der die Kutschen vor allem in Rom beenden soll. Getragen wird er von mehreren Parteien. Kern des Vorstoßes: Ein Artikel der Straßenverkehrsordnung, der Fahrzeuge mit tierischer Zugkraft bisher erlaubt, soll gestrichen und durch ein ausdrückliches Verbot ersetzt werden – für touristische, freizeitbezogene und repräsentative Fahrten. Begründet wird das damit, dass einzelne städtische Verordnungen zu Fahrzeiten und Einsatz nicht mehr ausreichen.
Parallel läuft den ganzen August über eine städtische Kampagne unter dem Motto „A piedi è più bello“ – „Zu Fuß ist es schöner“ –, die Besucher zum Verzicht auf die Kutschen bewegen soll. Wichtig für deine Planung: Es handelt sich bislang um einen Vorschlag, noch nicht um ein Gesetz. Sofort ändert sich also nichts – aber die Richtung ist eindeutig.
Warum die Debatte gerade jetzt eskaliert
Zwei Entwicklungen treffen zusammen. Erstens die Hitze: Die römischen Sommer werden immer extremer, und aufgeheizter Asphalt ist für die Tiere eine enorme Belastung – der Zusammenbruch des Pferdes war der Auslöser, kein Einzelfall. Zweitens ein gesellschaftlicher Wandel im Umgang mit Tieren im Tourismus. Rom ist damit nicht allein: In Prag sind Kutschfahrten im Zentrum seit 2023 verboten, in Wien dürfen die Fiaker nur in festen Zeitfenstern fahren.
Die Kutschen-Frage ist außerdem Teil eines größeren Musters. Rom zieht 2026 an vielen Stellschrauben gleichzeitig, um die Besucherströme zu lenken – nachzulesen in unserem Überblick zum Übertourismus in Rom.
Was bedeutet das für deine Rom-Reise?
Kurzfristig kannst du weiterhin eine Kutsche antreffen – das Angebot ist aber klein, umstritten und auf dem Rückzug. Wer die Fahrt fest eingeplant hatte, sollte sich nicht darauf verlassen, dass es sie in ein, zwei Jahren noch gibt. Und ehrlich gesagt: Im Hochsommer, wenn die Tiere ohnehin am meisten leiden, entscheiden sich immer mehr Reisende bewusst dagegen. Die gute Nachricht ist, dass du dadurch nichts verpasst.
Die schöneren Alternativen zur Kutschfahrt
Das historische Zentrum Roms ist erstaunlich kompakt und die schönsten Ecken erreichst du am besten zu Fuß – ganz im Sinne der städtischen Kampagne. Zwischen Kolosseum, Pantheon und Trevi-Brunnen liegen nur wenige Gehminuten, und gerade in den frühen Morgenstunden oder am Abend ist die Altstadt am angenehmsten. Wer Orientierung und Hintergründe möchte, ist mit einer geführten Tour besser bedient als mit einer Kutsche: Eine Übersicht findest du unter Rom Touren. Praktische Hinweise für die Planung liefern unsere Rom Insider-Tipps.
Rom 2026: viele neue Regeln auf einmal
Das mögliche Kutschen-Verbot reiht sich in eine ganze Serie neuer Vorgaben ein. Der Trevi-Brunnen kostet seit Februar 2026 erstmals Eintritt, der Pantheon ist teurer geworden, das Kolosseum arbeitet mit personalisierten Tickets, und auch für die touristischen Golfcarts in der Altstadt sind neue Regeln in Arbeit – dazu haben wir einen eigenen Beitrag über die Golfcarts in Rom. Einen kompletten Überblick über Preise und Änderungen bietet unser Beitrag zu den Rom Neuerungen und Eintrittspreisen 2026.
Unterm Strich gilt: Rom bleibt Rom – nur die Art, sich fortzubewegen, wird ökologischer und tierfreundlicher. Wer flexibel plant, früh bucht und die Stadt zu Fuß entdeckt, ist ohnehin am besten unterwegs. Alle aktuellen Entwicklungen halten wir in den Rom News für dich fest.






