Domus Aurea – Wo sich Kaiser Nero dem puren Luxus hingab

Kaiser Nero veranlasste den Bau im Jahre 64 nach Christus den Bau der „Domus Aurea“ (auf Deutsch: Das goldene Haus) nach dem berühmten Stadtbrand auf den Ruinen seines älteren Palastes mit Namen „Domus Transitoria“ („Das Übergangshaus“). Nero lebte von 37 bis 68 nach Christus. Im Jahr 54, also mit 17 Jahren, hatte er den Kaiserthron bestiegen.

Üble Nachrede

Böse Zungen behaupten bis in die Gegenwart, dass der Herrscher den Brand selbst gelegt und obendrein noch beim Anblick des Infernos zur Leier gegriffen und gesungen habe. Er habe auf den Ruinen ein neues Rom mit dem Namen „Neropolis“ ganz nach seinen Vorstellungen aus dem Boden stampfen wollen. Neuere Forschungen von Historikern und Archäologen zeigten jedoch, dass dieses nicht den historischen Tatsachen entspricht und als üble Nachrede von missgünstigen Autoren aus römischen Adelskreisen angesehen werden muss. Der Kaiser hatte sich nämlich bei einigen Leuten der Upper Class durch einige Maßnahmen nicht gerade beliebt gemacht. Die Verunglimpfungen wurden dann in späteren Jahrhunderten immer weiter getragen und verfestigten das Bild des verrückten, tyrannischen, selbstverliebten Herrschers in den Köpfen. Die Darstellung Neros in dem Film „Quo vadis“ mit Peter Ustinov als Kaiser ist ein beredetes Beispiel für die Wirksamkeit dieser üblen Nachrede bis ins Heute. Fakt ist aber, dass Neros eigener zum Zeitpunkt des Brandes noch nicht fertiggestellter Palast, die erwähnte „Domus Transitoria“, bei dem Feuer zerstört wurde. Nero selber habe sich, so berichten andere historische Quellen, später beim Wiederaufbau der Stadt als Wohltäter erwiesen. Er habe seine Gebäude für Obdachlose geöffnet und den Getreidepreis gesenkt. Der Brand wurde wahrscheinlich durch Unvorsichtigkeit ausgelöst.

Pomp und Protz

Die Domus Aurea erinnert architektonisch an die Landgüter, die der römische Adel im Umland von Rom besaß. Wusstest Du, dass das Anwesen sich über eine Fläche von ca. 100 Hektar zwischen den Hügeln des Palatin und des Esquilin erstreckte und ca. 300 Räume umfasste? Um Dir eine Vorstellung der Größe zu geben, sei gesagt, dass das Kolosseum 25 Mal auf die Fläche der Domus Aurea gepasst hätte. Das Zentrum der riesigen Anlage ist der Kuppelbau des Speisesaals, dessen Grundriss ein Oktogon ist. In der Decke befindet sich eine Öffnung. Nach der antiken Überlieferung konnte diese mit beweglichen Deckenelementen geschlossen werden. Man habe Blumen und Parfüm auf die Gäste regnen lassen. Archäologisch lässt sich dieses jedoch nicht nachweisen. Selten nur in der Antike sind die Namen von Künstlern überliefert, denn es war noch nicht üblich Werke zu signieren. Die Domus Aurea bildet hier eine Ausnahme, denn der Maler der zahlreichen ungewöhnlichen Decken- und Wandmalereien ist uns bekannt: Fabullus heißt er. Von seinen Werken sind heute noch rund 30.000 Quadratmeter zu sehen, einige davon sind restauriert. Die Bildthemen sind mythologische Szenen, ein Stillleben mit Schinken, Brot und Fisch, Landschaftsdarstellungen und Grotesken. Neben der malerischen Gestaltung gibt es auch Wanddekore mit Marmorplatten und Vergoldungen.

Weshalb solltest Du das Goldenen Haus besichtigen?

Die Domus Aurea gilt als die extravaganteste Arbeit in der Kunst- und Architekturgeschichte des antiken Rom. Die enorme vergoldetet Kuppel, die dem Palast den Namen gab mit ihren vielen ungewöhnlichen Dekorationselementen, ist die erste ihrer Art in der Palastarchitektur. Zu der weitläufigen Anlage gehören rund 300 Räume, Mosaike, Schwimmbäder und Brunnen. An der Stelle, an der sich heute das Kolosseum befindet, gab es einen künstlich angelegten See.

Wie kannst Du die Domus Aurea besichtigen?

Du kannst die Stätte leider nicht auf eigene Faust, sondern nur mit einer Führung besichtigen. Ein Highlight dabei ist der Einsatz von Virtual Reality, die es möglich macht, Neros extravagante Residenz in ihrer ganzen Pracht zu erkunden und sich ein Bild davon zumachen.

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