Geschichte Roms: Von der Gründung bis zur Ewigen Stadt

Das Kolosseum in Rom.

Kaum eine Stadt hat eine so bewegte Vergangenheit wie Rom. Die Geschichte Roms reicht rund 2.800 Jahre zurück – von der sagenhaften Gründung über das größte Reich der Antike bis zur heutigen Hauptstadt Italiens. Dieser Überblick führt dich chronologisch durch die wichtigsten Epochen und erklärt, warum Rom bis heute die „Ewige Stadt“ heißt. Wer die Stadt selbst entdecken will, findet in unserem Rom-Reiseführer alle Highlights.

Die Gründung Roms: Mythos und Wirklichkeit

Der Legende nach wurde Rom am 21. April 753 v. Chr. von den Zwillingen Romulus und Remus gegründet, die als Säuglinge von einer Wölfin gesäugt worden sein sollen. Romulus erschlug seinen Bruder und wurde zum ersten König – die Wölfin (Lupa Capitolina) ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt.

Archäologisch sind erste Siedlungen auf den Hügeln Roms, allen voran dem Palatin, bereits ab dem 10. bis 8. Jahrhundert v. Chr. belegt. Aus diesen Dörfern wuchs allmählich eine Stadt zusammen – auf den berühmten sieben Hügeln, deren bedeutendster das Kapitol war.

Königszeit und Römische Republik

Auf die Königszeit (753–509 v. Chr.) mit ihren sieben sagenhaften Königen – darunter etruskische Herrscher – folgte 509 v. Chr. die Römische Republik. Der letzte König wurde vertrieben, an seine Stelle traten gewählte Beamte und der Senat.

In den folgenden Jahrhunderten stieg Rom von einer Stadt in Mittelitalien zur beherrschenden Macht des Mittelmeerraums auf. In den Punischen Kriegen besiegte es die Handelsmacht Karthago; am Ende der Republik standen der Aufstieg Julius Cäsars und ein langer Bürgerkrieg.

Die Römische Kaiserzeit: Roms goldenes Zeitalter

27 v. Chr. wurde Augustus zum ersten römischen Kaiser – der Beginn der Kaiserzeit. Rom wuchs zur größten Stadt der Antike mit womöglich rund einer Million Einwohnern und war das Zentrum eines Reiches, das sich von Britannien bis Nordafrika und zum Nahen Osten erstreckte.

In dieser Epoche entstanden die berühmtesten Bauwerke der Stadt: Unter den flavischen Kaisern wurde zwischen 72 und 80 n. Chr. das Kolosseum errichtet, das größte Amphitheater der antiken Welt. Kaiser Hadrian ließ um 118 bis 125 n. Chr. das Pantheon in seiner heutigen Form erbauen, dessen Kuppel bis heute beeindruckt.

Spätantike und der Untergang des Weströmischen Reiches

Im 3. Jahrhundert geriet das Reich in eine tiefe Krise. Kaiser Konstantin gewährte dem Christentum 313 n. Chr. mit dem Mailänder Edikt freie Ausübung und verlegte 330 die Hauptstadt nach Konstantinopel. 395 wurde das Reich endgültig in ein West- und ein Ostreich geteilt.

Rom selbst wurde 410 von den Westgoten und 455 von den Vandalen geplündert. 476 n. Chr. wurde der letzte weströmische Kaiser abgesetzt – das Ende des Weströmischen Reiches. Das Ostreich mit der Hauptstadt Konstantinopel bestand als Byzantinisches Reich noch fast tausend Jahre weiter.

Mittelalter: Rom unter den Päpsten

Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches schrumpfte Rom dramatisch – von der Millionenstadt zur Kleinstadt. Zur bestimmenden Macht wurde nun der Papst: Als Sitz des Papsttums und Zentrum der katholischen Kirche behielt Rom seine überragende Bedeutung, auch wenn die Stadt baulich verfiel. Ein Tiefpunkt war das 14. Jahrhundert, als die Päpste zeitweise im französischen Avignon residierten.

Renaissance und Barock: Roms zweite Blüte

Ab dem 15. Jahrhundert machten die Päpste Rom zur prächtigen Hauptstadt der Christenheit. Künstler wie Michelangelo, Raffael und später Bernini schufen Meisterwerke; zwischen 1506 und 1626 entstand der Petersdom in seiner heutigen Gestalt. Im Barock kamen prunkvolle Plätze und Brunnen hinzu – darunter im 18. Jahrhundert der Trevi-Brunnen.

Vom Risorgimento zur modernen Hauptstadt

1871 wurde Rom Hauptstadt des neu geeinten Königreichs Italien; damit endete die weltliche Herrschaft der Päpste. 1929 regelten die Lateranverträge den Sonderstatus des Vatikans als eigenständiger Staat mitten in der Stadt. Heute ist Rom mit rund 2,8 Millionen Einwohnern die Hauptstadt Italiens – und als lebendiges Freilichtmuseum eine der meistbesuchten Städte Europas.

Warum heißt Rom die „Ewige Stadt“?

Schon in der Antike galt Rom als Caput Mundi, als „Haupt der Welt“. Der Beiname Ewige Stadt (lateinisch Urbs Aeterna) drückt den Glauben aus, dass Rom über alle Reiche und Zeiten hinaus Bestand haben werde. Angesichts von fast drei Jahrtausenden ununterbrochener Geschichte trägt die Stadt diesen Namen bis heute zu Recht.

Die Geschichte Roms selbst erleben

Nirgendwo lässt sich Geschichte so hautnah erleben wie in Rom: Antike Ruinen, mittelalterliche Kirchen und barocke Prachtbauten liegen dicht beieinander. Einen Überblick über die wichtigsten Orte gibt dir unsere Seite zu den Sehenswürdigkeiten Roms. Und wenn du selbst in die Ewige Stadt reisen möchtest, helfen dir unsere Rom-Städtereisen bei der Planung.

Häufig gestellte Fragen zur Geschichte Roms

Wann wurde Rom gegründet?

Der Überlieferung nach am 21. April 753 v. Chr. durch Romulus und Remus. Archäologisch sind Siedlungen auf den Hügeln Roms schon ab dem 10. bis 8. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar.

Wie alt ist Rom?

Rom blickt auf rund 2.800 Jahre Geschichte zurück und zählt damit zu den ältesten durchgehend bewohnten Städten Europas.

Warum ging das Weströmische Reich unter?

Es zerfiel durch innere Krisen, wirtschaftliche Probleme und den Druck einwandernder Völker. 476 n. Chr. wurde der letzte weströmische Kaiser abgesetzt.

Warum wird Rom die Ewige Stadt genannt?

Der Beiname geht auf die Antike zurück und drückt den Glauben aus, dass Rom ewigen Bestand habe – passend zu seiner fast dreitausendjährigen Geschichte.

Häufig gestellten Fragen

Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten gehören das Kolosseum, der Petersdom, der Trevi-Brunnen und das Forum Romanum.

Die beste Zeit, um Rom zu besuchen, ist im Frühjahr oder Herbst, wenn das Wetter mild und angenehm ist und die Touristenmassen nicht so groß sind.

Zu den kulinarischen Spezialitäten gehören Gerichte wie Carbonara, Cacio e Pepe, Saltimbocca und Tiramisu.

Ein romantischer Ort in Rom ist die Piazza Navona, wo man in einem der vielen Restaurants ein Candle-Light-Dinner genießen kann.

Während der Renaissance wurden wichtige Bauwerke wie der Petersdom, die Sixtinische Kapelle und der Palazzo Farnese errichtet.