Die Piazza Navona ist einer der schönsten und lebendigsten Plätze Roms – barocke Prachtarchitektur, drei berühmte Brunnen und darunter ein verstecktes antikes Stadion. Der Platz selbst ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich. Hier erfährst du, was es zu sehen gibt, welche Geschichte im Untergrund schlummert und wann du am besten kommst.
Ein Platz auf einem antiken Stadion
Die langgestreckte, ovale Form der Piazza Navona ist kein Zufall: Sie folgt exakt dem Grundriss des Stadions des Domitian, das Kaiser Domitian im Jahr 86 nach Christus errichten ließ. Hier fanden keine Wagenrennen statt, sondern Leichtathletik-Wettkämpfe nach griechischem Vorbild. Vom Namen dieser Spiele – „in agone“ – leitet sich über Umwege der heutige Name „Navona“ ab. Der antike Bau verschwand über die Jahrhunderte unter dem Platz, seine Form aber blieb erhalten.
Die drei Brunnen der Piazza Navona
Das Herzstück ist die Fontana dei Quattro Fiumi (Vierströmebrunnen), ein Meisterwerk von Gian Lorenzo Bernini aus dem Jahr 1651. Vier gewaltige Flussgott-Figuren stehen für Nil, Ganges, Donau und Río de la Plata – die Flüsse der damals bekannten vier Erdteile. Gekrönt wird der Brunnen von einem ägyptisch anmutenden Obelisken. An den beiden Enden des Platzes stehen zwei weitere Brunnen: die Fontana del Moro im Süden und die Fontana del Nettuno im Norden, beide ursprünglich von Giacomo della Porta entworfen.
Sant’Agnese in Agone und die Bernini-Borromini-Legende
Direkt am Platz erhebt sich die Barockkirche Sant’Agnese in Agone mit ihrer geschwungenen Fassade von Francesco Borromini – dem großen Rivalen Berninis. Der Legende nach hält die Río-de-la-Plata-Figur an Berninis Brunnen abwehrend die Hand hoch, als fürchte sie den Einsturz der Kirche. Eine hübsche Geschichte, die aber ins Reich der Mythen gehört: Der Brunnen war längst fertig, bevor Borrominis Fassade entstand.
Das Stadion des Domitian im Untergrund
Der spannendste Geheimtipp liegt buchstäblich unter deinen Füßen: Rund viereinhalb Meter unter dem Platz kannst du die Ruinen des antiken Stadions besichtigen, die seit 2014 der Öffentlichkeit zugänglich sind. Es war das einzige gemauerte Stadion des antiken Rom und fasste bis zu 20.000 Zuschauer. Der Eintritt kostet rund 8 bis 12 Euro, ein mehrsprachiger Audioguide (auch auf Deutsch) ist inklusive. Geöffnet ist täglich, meist von etwa 10:00 bis 19:00 Uhr. Ein kompakter, aber faszinierender Abstecher – mehr solcher Orte findest du in unseren Rom-Geheimtipps. Wer tiefer eintauchen will, bucht eine geführte Tour.
Beste Zeit & Atmosphäre
Tagsüber ist der Platz voller Straßenkünstler und Maler, abends verwandelt er sich in eine stimmungsvolle Kulisse – ideal für einen Bummel, wie du ihn in unseren Tipps für Rom bei Nacht findest. Für ruhige Fotos kommst du am besten früh morgens. Im Dezember und bis zum 6. Januar verwandelt sich die Piazza in einen traditionellen Weihnachts- und Befana-Markt. Ein Tipp noch: Die Cafés direkt am Platz sind schön, aber teuer – für einen Kaffee lohnt sich der Schritt in eine der Seitengassen.
Anfahrt & Umgebung
Eine Metro-Station direkt an der Piazza Navona gibt es nicht – der Platz liegt aber mitten in der Altstadt und ist gut zu Fuß erreichbar. Mit dem Bus kommst du über die Haltestellen an der Corso Vittorio Emanuele II und der Corso del Rinascimento hin (Wie das Netz funktioniert, steht in unserem Überblick zu Metro, Bus & Flughafen). Das Pantheon ist nur rund fünf Gehminuten entfernt, auch der Campo de‘ Fiori liegt gleich um die Ecke – die Piazza lässt sich also perfekt in einen Altstadt-Spaziergang einbauen.
Tipps für deinen Besuch
- Früh morgens für Fotos, abends für Atmosphäre.
- Nicht an den Brunnen setzen oder ins Wasser steigen – das ist wie an vielen Monumenten Roms verboten und wird geahndet.
- Cafés am Platz sind teuer; günstiger wird’s in den Seitengassen.
- Das Stadion im Untergrund lohnt sich für alle, die mehr über das antike Rom erfahren wollen.
- Mit Pantheon und Campo de‘ Fiori zu einem entspannten Altstadt-Rundgang verbinden.
Fazit
Die Piazza Navona vereint alles, was Rom ausmacht: Antike, Barock und pulsierendes Leben auf einem einzigen, kostenlosen Platz. Wer die Brunnen bewundert und einen Blick in den Untergrund wagt, erlebt gleich mehrere Epochen auf einmal. Alle weiteren Highlights findest du in unserer Übersicht der Top-Sehenswürdigkeiten Roms, und den roten Faden für deine Planung liefert der große Rom-Reiseführer.






